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20.12.2025
08:44 Uhr
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Sechs Tage nach dem Anschlag auf ein jüdisches Fest haben Rettungsschwimmer der Opfer gedacht. Der Premierminister verspricht schärfere Gesetze gegen Hassverbrechen.

Nach dem antisemitischen Anschlag auf eine jüdische Feier am Bondi Beach in Sydney haben Rettungsschwimmer den 15 Opfern gedacht. In ihren rot-gelben Uniformen hielte sie in einer langen Reihe am Wasser mit Blick auf den Ozean drei Schweigeminuten. Im ganzen Land rief die Rettungsorganisation Surf Life Saving Australia ihre mehr als 200.000 Ehrenamtlichen zum Gedenken an die Anschlagsopfer auf. "Wir zollen denen Respekt, die ihr Leben verloren haben, denen, die ihr Leben riskiert haben, denen, die sich so darum bemüht haben, Leben zu retten, und uns allen, die wir dies niemals vergessen werden", teilte die Organisation mit. Am vergangenen Sonntag hatten zwei Schützen am weltbekannten Bondi Beach auf eine feierliche Veranstaltung zum jüdischen Chanukka-Fest geschossen und dabei mindestens 15 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt, teils schwer. Die australischen Behörden stuften den Angriff als antisemitischen Terroranschlag ein . Um weitere antisemitische Gewalttaten zu verhindern, wurden seither die Patrouillen und Polizeikontrollen im ganzen Land verstärkt. Mehrere Gedenkveranstaltungen für die Opfer Bereits kurz nach der Tat hatten die Rettungsschwimmer am Bondi Beach Menschen in Sicherheit gebracht, Verletzte versorgt und panische Schwimmer aus den Wellen gezogen. Online verbreitete sich daraufhin Lob für ihre Zivilcourage . Ein Foto des Rettungsschwimmers Jackson Doolan etwa, der von einem anderen Strand barfuß zum Anschlagsort rannte, um Verletzten zu helfen, wurde vielfach geteilt. Schon am Freitag gedachten am Bondi Beach hunderte Menschen der Anschlagsopfer bei einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung. Die jüdische Gemeinde Australiens versammelte sich am Strand zum Gebet, während Hunderte Schwimmer und Surfer im Wasser vor dem Strand einen riesigen Kreis bildeten. Für Sonntag hat die australische Regierung einen landesweiten Gedenktag ausgerufen. Um 18.47 Uhr (Ortszeit, 8.47 Uhr MEZ), genau eine Woche nach Beginn des Anschlags, soll die australische Bevölkerung zur Erinnerung an die Opfer Kerzen anzünden. Premier Albanese kündigt Gesetzesverschärfungen an Auch der australische Premierminister Anthony Albanese nahm an der Gedenkveranstaltung der Rettungsschwimmer am Bondi Beach teil. Die jüdische Gemeinde des Landes sei "völlig unzerbrechlich", sagte Albanese. Schon eine Veranstaltung in der Großen Synagoge in Sydney, an der er am Freitag teilgenommen hatte, habe gezeigt, dass "der Geist unserer jüdischen Gemeinschaft in Australien völlig unzerbrechlich ist". Kritiker werfen seiner Regierung vor, sie habe nicht genug getan, um den Anstieg des Antisemitismus seit Beginn des Krieges Israels im Gazastreifen einzudämmen. Nach dem Anschlag versprach der australische Premierminister , die Gesetze gegen Hassverbrechen zu verschärfen. Die Regierung des Bundesstaates New South Wales, zu dem auch Sydney gehört, hat ebenfalls eine Reihe von Reformen angekündigt, darunter eine Verschärfung der Gesetze gegen Hass und zur Waffenkontrolle . Am Montag soll demnach ein Gesetzentwurf eingebracht werden, der das Zeigen von Symbolen und Flaggen "terroristischer Organisationen" verbietet, darunter Al-Kaida, Al-Shabaab, Boko Haram, Hamas, Hisbollah und Islamischer Staat.