|
06.02.2026
16:49 Uhr
|
Ein noch unbekannter Absender hat einen Drohbrief mit einer scharfen Patrone an das jüdische Gemeindezentrum in München geschickt. Der Staatsschutz ermittelt.

Das jüdische Gemeindezentrum in der Münchner Altstadt hat einen Drohbrief mit einer Patrone für Kurzwaffen erhalten. In dem wattierten Kuvert sei auch ein Bekennerschreiben mit antisemitischem Inhalt gewesen, teilte der Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Yehoshua Chmiel, mit. Laut dem Polizeipräsidium München wurde die verdächtige Sendung vom Sicherheitsdienst der Einrichtung kontrolliert. Demnach hat das Dezernat für Staatsschutzdelikte Ermittlungen begonnen. "Das ist eine Eskalation", sagte Chmiel. Die Sendung unterscheide sich von den übrigen Drohbriefen oder Social-Media-Posts, in denen Jüdinnen und Juden "nur" beschimpft oder ihnen verbal der Tod gewünscht werde. "Die Person hat Zugang zu Patronen." Polizei schließt tatsächliche Gefährdung aus Der Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung gegen Antisemitismus, Ludwig Spaenle, verurteilte den Vorfall als "übel und menschenverachtend". "Ich hoffe, dass der Staatsschutz die Täter ausfindig machen kann, die Jüdinnen und Juden eine Gefährdung an Leib und Leben androhen und so zutiefst verängstigen." Eine tatsächliche Gefährdung könne aufgrund der Ermittlungslage bereits ausgeschlossen werden, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums.