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27.01.2026
10:30 Uhr
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Der Kampf gegen Antisemitismus in Europa leidet einer EU-Agentur zufolge unter Problemen bei der Datenerhebung. Es fehle an klaren und vergleichbaren Zahlen.

Unzureichende und uneinheitliche Daten zur Erfassung antisemitischer Vorfälle bremsen nach Angaben der Europäischen Agentur für Grundrechte (FRA) wirksame Gegenmaßnahmen in Europa aus. Die EU-Mitgliedsstaaten würden gemeldete Fälle unterschiedlich klassifizieren und zählen , heißt es in einem FRA-Bericht. Dies verzerre die Statistiken und mache Vergleiche unmöglich. "Das Fehlen verlässlicher und vergleichbarer Daten untergräbt weiterhin die Bemühungen, Antisemitismus entgegenzuwirken", hieß es. In dem Bericht fordert die Agentur Leitlinien und Schulungen, mithilfe derer die Polizei antisemitische Motive gezielt erkennen lernen soll. Zudem plädiert die Agentur für eine stärkere Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft, um die Zahl nicht gemeldeter Fälle zu verringern. "Juden in ganz Europa sind nach wie vor mit anhaltendem Antisemitismus konfrontiert ", sagte FRA-Direktorin Sirpa Rautio. Um dem entgegenzuwirken, seien "abgestimmte Anstrengungen erforderlich", denen solide Daten zugrunde lägen und Antisemitismus in Europa in seiner ganzen Breite erfassten. "Nur dann können wir Täter zur Rechenschaft ziehen, Gerechtigkeit für Opfer schaffen und ein Europa fördern, wo Juden frei und offen leben können", sagte Rautio. "Zunehmende Welle an Antisemitismus" In ihrem letzten Bericht von 2024 (PDF) hatte die EU-Agentur mitgeteilt, dass Europas jüdische Gemeinschaft mit einer "zunehmenden Welle an Antisemitismus" konfrontiert sei. Demnach untergräbt der sogenannte Nahostkonflikt auch die Fortschritte im Kampf gegen den Antisemitismus. In einer zwischen Januar und Juni 2023, also vor dem Hamas-Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023, ausgeführten Online-Umfrage hatten 96 Prozent der befragten europäischen Jüdinnen und Juden angegeben, im Vorjahr "mindestens eine Form von Antisemitismus" erlebt zu haben. Die FRA verwies darauf, dass Antisemitismus auch vor dem Hamas-Überfall allgegenwärtig war. Der FRA-Bericht bezieht sich auf die 27 EU-Mitgliedsstaaten sowie die Beitrittskandidaten Albanien, Nordmazedonien und Serbien. 15 EU-Staaten, darunter Deutschland, Frankreich und Spanien, hatten 2022 eine Erklärung unterzeichnet, die eine gemeinsame Methode zur Quantifizierung und Qualifizierung antisemitischer Vorfälle anstrebt.