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14.12.2025
14:02 Uhr
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Nach dem Angriff in Sydney äußern Politiker weltweit ihr Mitgefühl. Bundeskanzler Friedrich Merz sprach von einem "Angriff auf unsere gemeinsamen Werte".

Am Samstagabend starben bei einem Terrorangriff in Sydney mindestens zwölf Menschen. Die Behörden gehen von einem antisemitischen Motiv aus. Die Tat sorgt weltweit für Entsetzen und Anteilnahme. Israels Präsident Izchak Herzog sprach angesichts der am Strand abgehaltenen Chanukkafeier von einem "grausamen Angriff auf Juden". Er rief die australischen Behörden während einer Rede in Jerusalem dazu auf, mehr gegen Antisemitismus zu tun. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz drückte auf X seine Anteilnahme aus und sprach von einem "Angriff auf unsere gemeinsamen Werte". Mehrere Regierungsmitglieder, darunter Bildungsministerin Karin Prien und Außenminister Johann Wadephul (beide CDU), haben ebenfalls bestürzt auf den Angriff reagiert. Wadephul zeigte sich "zutiefst erschüttert über den Terroranschlag in Sydney". Der Angriff sei "ein Akt des Hasses, der sich am ersten Tag von Chanukka gegen alle Jüdinnen und Juden weltweit richtet", schrieb der CDU-Politiker im Onlinedienst X. "Meine Gedanken sind bei den Familien der Ermordeten, den Verletzten und der jüdischen Gemeinde", fügte er hinzu. Kampf gegen Antisemitismus Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, rief zu entschlossenem Schutz von Jüdinnen und Juden auf. "Dass jüdisches Leben und jüdische Festtage immer wieder zum Ziel von Terror werden, ist unerträglich. Weder der Staat noch unsere Gesellschaft dürfen dies und seine Ursache, den Antisemitismus, unwidersprochen hinnehmen", sagte Klein dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). "Wir müssen jüdisches Leben schützen." Auch in Deutschland bestehe weiterhin eine abstrakt erhebliche Gefährdungslage für jüdische Einrichtungen. Die Sicherheitsbehörden seien aber gut aufgestellt und es gebe derzeit keine konkreten Hinweise auf Anschläge. Auch der Zentralrat der Juden rief zur Solidarität auf. "We stand with Sydney" ( "Wir stehen hinter Sydney" ) , hieß es in Sozialen Medien neben einem Bild mit einer brennenden Kerze. Volker Beck, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, reagierte ebenfalls schockiert und verwies darauf, dass auch in der Bundesrepublik der Judenhass zugenommen habe. "Der Schutz jüdischen Lebens sowie der Kampf gegen Terrorismus und Antisemitismus müssen auch in Deutschland zu einer zentralen politischen Priorität werden", forderte Beck. Der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, erklärte auf X, er sei "entsetzt und traurig über den Terrorangriff" auf die Chanukkafeier in Sydney - "eine verwerfliche Tat des Hasses, die durch nichts auf der Welt gerechtfertigt werden kann." Ebenfalls auf X äußerten mehrere weitere Politikerinnen und Politiker ihre Betroffenheit. So schrieb Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission: "Europa steht an der Seite von Australien und allen jüdischen Gemeinden." Die Vizepräsidentin Kaja Kallas äußerte sich ähnlich. Sie sprach von einem "entsetzlichen Gewaltakt", der unmissverständlich verurteilt werden müsse. Der britische Premier Keir Starmer schickte auf X Beileidsbekundungen nach Australien. Kurz zuvor hatte er noch selbst zum Beginn des Chanukkafests gute Wünsche gesendet. Der französische Präsident Emmanuel Macron kündigte an, "unerbittlich gegen antisemitischen Hass" zu kämpfen. Der indische Premierminister Narendra Modi schrieb von einem "schrecklichen Terroranschlag", den er "aufs Schärfste verurteile". Wenige Stunden nach der Tat äußerte sich der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu und wies laut The Times of Israel darauf hin, dass er im August einen Brief an den australischen Premierminister Anthony Albanese geschickt habe, in dem er Canberra vorwirft, "Öl ins Feuer des Antisemitismus zu gießen". Netanjahu paraphrasierte demnach seinen Brief und sagte, dass Albaneses Politik, zu der auch die Anerkennung eines palästinensischen Staates gehört, "den Judenhass fördert, der derzeit Ihre Straßen heimsucht." Antisemitismus sei wie Krebs. Er breite sich aus, wenn Politiker schweigen. "Sie müssen Schwäche durch Taten ersetzen." Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.