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18.12.2025
13:25 Uhr
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Der mutmaßliche Täter des Anschlags auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt 2024 ist nach ärztlicher Einschätzung nicht verhandlungsfähig. Er befindet sich im Hungerstreik.

Der Angeklagte im Prozess um den Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt ist für nicht verhandlungsfähig erklärt worden. Der Anstaltsarzt des Gefängnisses in Burg, in dem sich der 51-jährige Verdächtige derzeit befindet, habe einen sich täglich verschlechternden Gesundheitszustand bei dem Mann festgestellt. Richter Dirk Sternberg am Landgericht Magdeburg sagte, der Angeklagte befände sich im Hunger- und Durststreik. Taleb A. sei auf 47,6 Kilogramm abgemagert und könnte ein akutes Nierenversagen erleiden, teilte das Landgericht mit. Laut medizinischem Sachverständigen im Gerichtssaal muss der Mann dauerhaft medizinisch überwacht werden. Am Mittag teilte das Landgericht mit, dass es die Verhandlungen ohne den Angeklagten fortführen wolle. Der Angeklagte habe die Verhandlungsunfähigkeit vorsätzlich und schuldhaft herbeigeführt, sagte Sternberg. Es gebe die rechtlichen Voraussetzungen dafür, ohne Taleb A. weiterzuverhandeln. Der Angeklagte hatte bereits am zweiten Verhandlungstag im November seinen Hungerstreik bekanntgegeben. Er erwarte keine körperlichen Schäden, sagte er damals. Der Mann ist Arzt und hatte im Maßregelvollzug Bernburg gearbeitet, wo er als Psychiater mit psychisch kranken Straftätern zu tun hatte. Anschlag, um Aufmerksamkeit zu erreichen Am 20. Dezember 2024 war der Angeklagte aus Saudi-Arabien mit einem gemieteten SUV in eine Menschenmenge am Magdeburger Weihnachtsmarkt gefahren. Sechs Menschen starben, mehr als 300 wurden verletzt. Der Angeklagte hat die Tat gestanden. In ausufernden Aussagen am ersten und zweiten Verhandlungstag schilderte der Angeklagte seine Motivation und, am Rande, die Planung des Anschlags. Darin inszenierte er sich als Kritiker des saudi-arabischen Regimes und äußerte großen Frust über die deutschen Behörden.