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20.12.2025
19:31 Uhr
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Vor einem Jahr tötete ein Attentäter sechs Menschen auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt. Bei der Gedenkveranstaltung mahnte der Bundeskanzler zu "Trost und Zuspruch".

Ein Jahr nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg haben zahlreiche Betroffene und Politiker der Opfer gedacht. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte in einer Gedenkstunde, die "schreckliche Gewalttat" vom 20. Dezember 2024 überschatte auch Weihnachten 2025. Die Bundesregierung stehe an der Seite der Betroffenen, "heute und in Zukunft". Bei dem Anschlag war ein Mann mit einem Auto über den Weihnachtsmarkt gerast. Ein neunjähriger Junge und fünf Frauen im Alter von 45 bis 75 Jahren starben, mehr als 300 Menschen wurden verletzt. In der Magdeburger Johanniskirche gedachten Einwohner der Stadt, Betroffene und Angehörige von Opfern des Anschlags. Für die Opfer wurden Kerzen entzündet. Auch vor der Kirche versammelten sich zahlreiche Menschen, um die Gedenkstunde zu verfolgen. Merz sagte, er hoffe, dass für alle Betroffenen "Trost und Kraft darin liegen, heute gemeinsam zu erinnern und gemeinsam zu trauern und füreinander da zu sein". Nötig sei "in dieser Welt immer wieder Zuspruch, Trost und Zuspruch". Gleichzeitig müssten auch Wut und Zorn sein dürfen. Tiefe Erschütterung einer Stadt Magdeburgs Oberbürgermeisterin Simone Borris sagte, der Anschlag habe die Stadt tief erschüttert; sie sei seitdem eine andere, für viele Menschen sei nichts mehr, wie es war. Borris betonte, dieser Tag der Trauer sei auch "ein Tag der Verbundenheit". Magdeburg sei eine Stadt, die zusammenhalte. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff sagte, der 20. Dezember habe "einen Schatten gelegt auf diese Stadt und auf unser ganzes Land". Er betonte aber auch: "Wir kapitulieren nicht vor dem Terror, wir leben unser Leben und unsere Traditionen." Es sei ein wichtiges Zeichen, dass der Weihnachtsmarkt in Magdeburg auch in diesem Jahr stattfinde.