Zeit 04.12.2025
17:19 Uhr

Anschlag auf Weihnachtsmarkt: Ausschuss thematisiert Lücken im Lebenslauf des Todesfahrers


Anschlag auf Weihnachtsmarkt: Ausschuss thematisiert Lücken im Lebenslauf des Todesfahrers
Der Untersuchungsausschuss zum Anschlag in Magdeburg widmet sich einem neuen Themenkomplex und nimmt nun verstärkt die Berufslaufbahn des Täters in den Blick. Zum Auftakt wurden mehrere Ungereimtheiten deutlich: Es gibt keinen Bericht zum Bewerbungsgespräch, Lücken im Lebenslauf wurden vom Arbeitgeber mutmaßlich nicht überprüft und es fehlten Zeugnisse und Weiterbildungsnachweise in der Personalakte, wie die Leiterin des Justiziariats des Gesundheitsunternehmens Salus auf Nachfrage der Abgeordneten sagte. Taleb al-Abdulmohsen war im Dezember 2024 mit einem Auto über den Weihnachtsmarkt von Magdeburg gefahren. Sechs Menschen wurden getötet, mehr als 300 wurden zum Teil schwerst verletzt. Derzeit läuft am Landgericht Magdeburg der Prozess gegen den Mann aus Saudi-Arabien. Er arbeitete im Maßregelvollzug in Bernburg (Salzlandkreis) bei der Salus als Stationsarzt, sein Aufgabengebiet umfasste die psychiatrische Betreuung von Straftätern. Al-Abdulmohsen war vor der Einstellung über eine bundesweit agierende Personalagentur vorgestellt worden. Ihrer Kenntnis nach habe es nur diesen einzigen Vorschlag gegeben, sagte die Salus-Mitarbeiterin. Auf Nachfrage der Abgeordneten zur Arbeitslosigkeit des Mannes und den Lücken im Lebenslauf sagte sie: "Mir ist nicht bekannt, dass diese überprüft wurden." Eine Erklärung, warum in der Personalakte keine Zeugnisse und Weiterbildungsnachweise seien, habe sie nicht. Die Juristin hat für die Salus einen Bericht zur Aufarbeitung der Vorgänge um den Arzt erstellt. Von einer Vielzahl der Kollegen sei er als "nicht der beste Arzt" beschrieben worden, sagte sie. Sein Tätigkeitsfeld sei von Vorgesetzten begrenzt worden, er sollte nicht therapeutisch tätig sein. Der Mann sei von den Kollegen insgesamt als ruhig und distanziert wahrgenommen worden. © dpa-infocom, dpa:251204-930-380697/2