|
14.01.2026
11:18 Uhr
|
Kurz vor einem Treffen über Grönland im Weißen Haus sendet Dänemark ein deutliches Signal: mehr Militär auf Grönland. Zudem setzt sich das Land für mehr Nato-Präsenz ein.

Wegen der US-Annexionspläne zu Grönland hat Dänemark einen Ausbau seiner Truppen auf der Insel angekündigt. "Wir werden unsere militärische Präsenz in Grönland weiter verstärken", teilte Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen mit. "Wir werden aber auch innerhalb der Nato auf mehr Übungen und eine verstärkte Präsenz der Nato in der Arktis drängen." Dänemark führe mit seinen Verbündeten Gespräche "über neue und verstärkte Aktivitäten im Jahr 2026". Auch die Bundesregierung sprach sich zuletzt für eine stärkere Nato-Präsenz in der Arktis aus. In der Region seien verstärkte Aktivitäten Russlands und Chinas zu beobachten, sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU) am Dienstag im ZDF. "Damit muss man umgehen", sagte er. "Und das kann man im Nato-Rahmen gut lösen." Konkrete Pläne gibt es seinen Angaben nach noch nicht. "Das müssen wir erst einmal miteinander beraten", sagte Wadephul. Treffen über Grönland im Weißen Haus Am heutigen Mittwoch treffen sich der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen und seine grönländische Kollegin Vivian Motzfeldt mit US-Vizepräsident JD Vance und US-Außenminister Marco Rubio im Weißen Haus in Washington, D.C. In dem Gespräch geht es um die US-Ansprüche auf Grönland . Der Termin ist für 16.30 Uhr MEZ (10.30 Uhr Ortszeit) angesetzt. Zuletzt kündigte Frankreich an, angesichts der US-Besitzansprüche auf Grönland ein Konsulat zu errichten . Die USA müssten aufhören, Grönland zu erpressen und die Kontrolle über die größte Insel der Welt zu fordern, sagte der französische Außenminister Jean-Noël Barrot dem französischen Sender RTL. Derweil regt sich auch in den USA selbst Widerstand gegen Trumps Pläne – auch unter den Republikanern, denen Trump angehört. Die republikanische Senatorin Lisa Murkowski und die Demokratin Jeanne Shaheen brachten einen Gesetzentwurf in den US-Senat ein, der es Trumps Regierung verbieten würde, das Gebiet eines Nato-Staats ohne die Zustimmung des betroffenen Bündnispartners zu annektieren, zu besetzen oder anderweitig zu kontrollieren. Trump will Grönland "kaufen" Trump begründet seine Annexionsdrohungen mit einem angeblichen nationalen Sicherheitsinteresse. Konkret kursieren Vorschläge, Grönland zu kaufen. "Wir sprechen über Erwerb , nicht über eine Pacht", sagte Trump jüngst. Bis zuletzt hatte er auch militärische Mittel nicht ausgeschlossen. Die grönländische sowie die dänische Regierung lehnen Trumps Pläne entschieden ab – ebenso die Mehrheit der Bevölkerung auf Grönland. Grönland ist die größte Insel der Welt. Bis 1953 war es eine Kolonie Dänemarks, mittlerweile ist es weitgehend autonom. Über Bereiche wie Außen- und Verteidigungspolitik entscheidet aber weiter die ehemalige Kolonialmacht Dänemark. Durch die Anbindung an Dänemark ist Grönland auch Teil der Nato.