Zeit 06.03.2026
18:04 Uhr

Angriffe im Libanon: Hunderttausende fliehen vor israelischen Angriffen im Libanon


Israel bombardiert weiter Ziele im nördlichen Nachbarland, das treibt Tausende Libanesinnen und Libanesen zur Flucht. Menschenrechtsorganisationen berichten von "Panik".

Angriffe im Libanon: Hunderttausende fliehen vor israelischen Angriffen im Libanon
Nach Israels Angriffen auf den Libanon befinden sich sehr viele Menschen in dem Land auf der Flucht. "Im gesamten Libanon mussten Hunderttausende Menschen aus ihren Häusern fliehen", sagte Hachem Osseiran, Sprecher des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz für den Nahen Osten. Auch das UN-Menschenrechtsbüro und das Hilfswerk Care gehen von Hunderttausenden aus, die von Evakuierungsaufrufen der israelischen Armee betroffen sind. "Es breitet sich Panik im Libanon aus", sagte der Länderdirektor von Care International, Michael Adams. Die Organisation rechnet mit einer steigenden Zahl von Geflüchteten. Das Norwegian Refugee Council (NRC) schätzt die Zahl der bisher im Libanon vertriebenen Menschen auf 300.000. Nach der Tötung von Revolutionsführer Ali Chamenei im Iran am Samstag hatte die proiranische Hisbollah-Milz Israel mit Raketen angegriffen. Seitdem bombardiert Israel nach eigenen Angaben Stellungen der Hisbollah im Libanon. Nach Angaben libanesischer Behörden wurden bei den Angriffen bisher 217 Menschen getötet. Kritik an israelischen Evakuierungsbefehlen Das israelische Militär erteilt vor seinen Angriffen teilweise Evakuierungsbefehle für ganze Stadtteile. Insbesondere der Süden des Landes und südliche Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut waren bisher betroffen. Dieses Vorgehen ruft Kritik hervor. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk sagte, dass die Anordnungen erste Fragen im Hinblick auf das humanitäre Völkerrecht aufwürfen. Er rief zu einem beidseitigen Ende der Angriffe auf. Der libanesische Regierungschef Nawaf Salam warf Israel vor, durch seine Evakuierungsaufrufe an die Bevölkerung eine "humanitäre Katastrophe" verursacht zu haben. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) warnte angesichts des Kriegs im Nahen Osten vor einer neuen Fluchtbewegung in Richtung Europa. "Die Situation, die durch den Krieg entsteht, ist teilweise dramatisch", sagte er. "Deshalb müssen wir auch darauf achten, dass aus vielen Binnenvertriebenen nicht eine neue Fluchtwelle entsteht." Die Bundesregierung wolle die humanitäre Krise abmildern und stelle deshalb weitere, fast 100 Millionen Euro für humanitäre Hilfe zur Verfügung, sagte Wadephul. Alle Entwicklungen zum Krieg im Iran und seinen Folgen finden Sie in unserem Liveblog.