Zeit 14.02.2026
06:48 Uhr

Alterskontrollen: EU-Kommission prüft Social-Media-Verbot für Jugendliche


Bis zum Sommer will die EU-Kommission über ein Social-Media-Verbot für Jugendliche entscheiden. Digitalkommissarin Virkkunen sprach sich für eine europäische Lösung aus.

Alterskontrollen: EU-Kommission prüft Social-Media-Verbot für Jugendliche
Die EU-Kommission prüft nach Angaben von Digitalkommissarin Henna Virkkunen ein Verbot von sozialen Medien für Jugendliche. "Wir sammeln gerade Daten, sprechen mit Experten, analysieren Studien", sagte Virkkunen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung . Bis zum Sommer soll demnach eine Entscheidung fallen, ob ein solches Verbot auf den Weg gebracht werden soll. Virkkunen selbst sprach sich für eine "gesamteuropäische Lösung aus". Allerdings brachte sie auch Gegenargumente ins Spiel. Man müsse berücksichtigen, "dass soziale Medien für Jugendliche eine wichtige Informationsquelle sind", sagte Virkkunen. Es sei zudem unklar, ab welchem Alter die Nutzung sozialer Medien als unproblematisch zu betrachten sei. "Das Schwierige ist, das richtige Alter zu finden, von dem an die Nutzung sozialer Medien kein Problem mehr ist. Ist es 13, 14 oder sogar 16", sagte Virkkunen der Zeitung. Social-Media-Verbot in Australien ist Vorbild In mehreren EU-Staaten, darunter Frankreich und Deutschland, wird über entsprechende Verbote diskutiert. Vorbild ist Australien, wo Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren seit dem vergangenen Dezember kein Konto mehr auf Plattformen wie Instagram, TikTok oder Snapchat besitzen dürfen. Experten zufolge wäre eine Altersgrenze innerhalb der EU aber kaum auf nationaler Ebene umsetzbar, weil die Kompetenzen hierfür in erster Linie bei der EU liegen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte sich im September für eine Altersgrenze ausgesprochen. Digitale Medien mit Suchtpotenzial In Deutschland hatte vor einigen Tagen Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) für ein Verbot bis zu einem bestimmten Alter geworben. Sie verwies auf die Gefahren für Kinder und Jugendliche. Studien zeigten klar, dass die Nutzung von digitalen Medien suchtgefährdend sei . Damit steige deutlich das Risiko von Depressionen, Angststörungen und einem negativen Selbstbild, insbesondere bei Mädchen. Seit dem vergangenen Dezember arbeitet eine Expertenkommission am Bundesbildungsministerium an Handlungsempfehlungen für den digitalen Kinder- und Jugendschutz. Ergebnisse sollen innerhalb von einem Jahr vorgelegt werden. SPD und Linke haben sich gegen ein Verbot ausgesprochen und stattdessen für strengere Regeln im Umgang mit Plattformen geworben.