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05.02.2026
07:50 Uhr
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Im vergangenen Jahr ist die Zahl armutsgefährdeter Seniorinnen und Senioren leicht gesunken, bleibt aber weiterhin hoch. Besonders betroffen sind ältere Frauen.

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland etwa 3,45 Millionen Menschen ab 65 Jahren von Altersarmut betroffen gewesen. Das geht aus vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor. Damit ist die Zahl der armutsgefährdeten Seniorinnen und Senioren leicht gesunken: 2024 waren es noch etwa 3,54 Millionen. Trotz des Rückgangs stieg der Anteil armutsgefährdeter Menschen ab 65 Jahren an der Gesamtbevölkerung dieser Altersgruppe leicht an, von 19,6 auf 19,7 Prozent. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der Menschen ab 65 Jahren zurückging: von 18,06 Millionen im Jahr 2024 auf 17,49 Millionen im vergangenen Jahr. Besonders von Altersarmut betroffen sind ältere Frauen. 21,5 Prozent von ihnen gelten als armutsgefährdet, bei den Männern liegt der Anteil mit 17,5 Prozent deutlich niedriger. BSW fordert Orientierung am österreichischen Rentensystem Diese Daten wurden vom BSW bei der Behörde in Wiesbaden abgefragt. Parteigründerin Sahra Wagenknecht wirft der Politik Zynismus vor, da trotz dieser Zahlen weiterhin über Rentenkürzungen diskutiert werde. "Deutschland ist längst zu einer Abstiegsgesellschaft geworden, vor allem für viele Rentner", sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. "" Sie forderte, dass sich die Rentenkommission am österreichischen Rentensystem orientiert, da dort die Renten höher ausfallen, weil alle Menschen einzahlen. Für die Statistik wird Armut im Verhältnis zum Wohlstand der Gesamtbevölkerung gemessen. Als armutsgefährdet gilt nach der Definition der Europäischen Union eine Person, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens aller Haushalte beträgt. 2025 lag diese Grenze für Alleinlebende bei netto 1.446 Euro pro Monat (2024: 1.381 Euro).