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25.11.2025
08:41 Uhr
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AfD-Chefin Alice Weidel attackiert die Deutsche Bank wegen der Kündigung eines Mietvertrags. Das Finanzinstitut geriere sich als "politische Einflussagentur", sagte sie.

Nach der Kündigung eines Mietvertrags mit dem Verband der Familienunternehmer hat AfD-Chefin Alice Weidel Kritik an der Deutschen Bank geübt. "Ein Finanzinstitut, das sich als politische Einflussagentur geriert, setzt seine Seriosität und Glaubwürdigkeit aufs Spiel", sagte Weidel dem Portal The Pioneer. "Es wäre bedauerlich, wenn man in den Führungsetagen der Deutschen Bank Meinungsfreiheit und unzensierten demokratischen Wettbewerb nicht aushielte", fügte sie hinzu. Der Deutschen Bank warf sie laut dem Bericht wegen der Abgrenzung zu ihrer in Teilen als rechtsextrem eingestuften Partei ein mangelndes Demokratieverständnis vor. Die Familienunternehmer hatten im Oktober als einer der ersten Wirtschaftsverbände AfD-Vertreter zu einer Veranstaltung eingeladen. Nach Informationen der ZEIT hat die Deutsche Bank nun einen Vertrag mit dem Verband für eine in ihren Räumen geplante Veranstaltung gekündigt. Laut The Pioneer war auch für das kommende Jahr eine solche Veranstaltung geplant gewesen. Ein Sprecher der Deutschen Bank bestätigte die Kündigung des Mietvertrags zunächst nicht, gut informierte Finanzkreise bestätigten den Vorgang jedoch. Weidel lobte den Verband für die Einladung ihrer Partei. "Ich danke dem Verband Die Familienunternehmer dafür, dass er zu diesen Werten steht und der undemokratischen Brandmauer eine Absage erteilt hat, und versichere ihm meine volle Unterstützung", sagte sie. Verband hebt Kontaktverbot zur AfD auf Der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Familienunternehmer, Albrecht von der Hagen, hatte zuvor die sogenannte Brandmauer zur AfD als gescheitert bezeichnet. Verbandspräsidentin Marie-Christine Ostermann sagte dem Handelsblatt , ein bislang geltendes Kontaktverbot zu AfD-Bundestagsabgeordneten sei mit der Veranstaltung in den Räumen der Deutschen Bank aufgehoben worden. Ostermann sagte, dass es ohnehin "diese Art der Brandmauer noch nie gegeben" habe. Der Verband wolle die AfD nun inhaltlich stellen . Man wolle zeigen, dass AfD-Politiker häufig "inhaltlich blank oder widersprüchlich" seien. Weiter sagte sie, "dass wir trotz Gesprächen eine AfD auf keinen Fall als Koalitionspartner in einer Regierung sehen wollen". Nach Kritik teilte der Verband mit, dass er seine Position zu extremen Parteien wie der AfD nicht ändern werde. "Kein Grund für eine Normalisierung" Über Parteigrenzen hinweg gab es Kritik am Vorgehen der Familienunternehmer. "Wer als Unternehmerverband die Nähe zur AfD sucht, legt die Axt an die Wurzel unseres Wirtschaftsmodells", sagte zuletzt der Chef des CDU-Sozialflügels, Dennis Radtke. "Nur weil gerade viele Menschen, auch aus Frust gegenüber anderen Parteien, der AfD ihre Stimme geben, ist das kein Grund für eine Normalisierung", sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Roloff.