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28.01.2026
12:59 Uhr
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Versteckte Funktionen und verschachtelte Menüs: Der ADAC kritisiert die Bedienfreundlichkeit moderner Autos. Diese steigere die Ablenkung und erhöhe das Unfallrisiko.

Der ADAC hat vor einer sinkenden Bedienfreundlichkeit neuer Autos gewarnt. Touchscreens und Tasten ohne haptisches Feedback machten die Bedienung zunehmend schwieriger, teilte der Automobilklub in München mit. In einer Auswertung der ADAC-Autotests kamen die geprüften Fahrzeuge in der Kategorie Bedienung im Schnitt nur noch auf die Note 2,7. 2019 hatte der Durchschnitt noch bei 2,3 gelegen. Während damals kein Kandidat schlechter als 3,2 abgeschnitten habe, lag das schwächste getestete Auto 2025 laut ADAC bei 4,0. Der ADAC sieht in der Entwicklung eine klare Tendenz und keinen Zufall. Er führt sie auf eine "überwiegend softwaregetriebene" Bedienung zurück, die sich auf Touchscreens mit verschachtelten Menüs und Bedienelemente ohne fühlbares Feedback konzentriere. Dadurch verlängerten sich laut ADAC die Bedienzeiten, Fahrerinnen und Fahrer müssten sich stärker konzentrieren. "In der Folge steigt die Ablenkung und damit das Unfallrisiko", heißt es in dem Bericht. ADAC will Tests verschärfen Als Reaktion will der ADAC seine Tests verschärfen. Künftig sollen Fahrzeuge die volle Punktzahl nur noch erreichen können, wenn zentrale Funktionen über Knöpfe oder Schalter mit direktem haptischem Feedback verfügbar sind. Das gilt demnach für Blinker, Warnblinker, Hupe, Scheibenwischer und das automatische Notrufsystem eCall; andere Funktionen sollen mit höchstens ein bis zwei Schritten in Untermenüs erreichbar sein. Autofahrern rät der ADAC, sich vor der ersten Fahrt und nach Software-Updates mit der Menüführung vertraut zu machen, insbesondere bei sicherheitsrelevanten Funktionen wie der Lüftung für die Frontscheibe. Hersteller sollten nach Ansicht des Klubs prüfen, welche Funktionen wirklich in Menüs gehören, und die Bedienung über Touchscreens kritisch hinterfragen.