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02.12.2025
14:09 Uhr
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Um Drohnen an sicherheitsrelevanten Orten aufzuspüren und abzufangen, hat die Bundespolizei künftig eine eigene Spezialeinheit. Sie soll 130 Personen umfassen.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat eine neue Einheit der Bundespolizei zur Abwehr von Drohnen in Dienst gestellt. Sie wird künftig an Flughäfen, in der Hauptstadt sowie bundesweit in der Nähe sicherheitsrelevanter Objekte stationiert, um möglichst rasch am Einsatzort sein zu können. Dobrindt sprach von einem "wichtigen Meilenstein" für die Sicherheit Deutschlands: "Die neue Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei wird zeigen, wie wir auf neue hybride Bedrohungen reagieren: schnell, präzise, mit Spitzentechnologie." Zu den Aufgaben der neuen bundesweit einsetzbaren Einheit gehören das Aufspüren, Abfangen und Abschießen unbemannter Luftfahrzeuge. Dabei sollen auch Störsysteme und automatische Abfangdrohnen zum Einsatz kommen. Per Hubschrauber sollen die Einsatzkräfte schnell verlegt werden können. Geplant ist laut Bundesinnenministerium, dass die Einheit bis zu 130 Personen umfassen soll. Änderungen am Bundespolizeigesetz und dem Luftsicherheitsgesetz nötig Um die rechtlichen Rahmenbedingungen der Drohnenabwehr an die veränderte Sicherheitslage anzupassen, plant die Bundesregierung Reformen des Bundespolizeigesetzes und des Luftsicherheitsgesetzes. Vorgesehen sind Änderungen, die der Bundespolizei dort mehr Befugnisse geben, wo sie ohnehin für die Sicherheit zuständig ist – zum Beispiel an Bahnhöfen und Flughäfen. Zudem soll sie die Landespolizeien in Amtshilfe unterstützen können. Wo die Mittel der Polizei nicht ausreichen oder ein schwerer Unglücksfall droht, soll außerdem in Zukunft die Bundeswehr im Inland zum Einsatz kommen und Drohnen unschädlich machen können. Bislang sind solchen Einsätzen enge Grenzen gesetzt. Olaf Lindner, Leiter der Bundespolizeidirektion 11, der auch die Drohnenabwehreinheit untersteht, sagte, mit der neuen Einheit werde eine Botschaft in die deutsche Gesellschaft und "in Richtung unserer Gegner" gesendet. Drohnenabwehrzentrum soll noch 2025 seine Arbeit aufnehmen Schon bevor er die neue Einheit in Dienst stellte, hatte Dobrindt die Einrichtung eines Drohnenabwehrzentrums von Bund und Ländern angekündigt, in dem bundesweite Lagebilder erstellt werden können. Details dazu sollen auf der am Mittwoch beginnenden Herbstkonferenz der Innenminister von Bund und Ländern besprochen werden . Ziel der Bundesregierung ist, dass das Abwehrzentrum noch in diesem Jahr seine Arbeit aufnimmt. In den vergangenen Monaten hatte es wiederholt Vorfälle mit unidentifizierten Drohnen über deutschen Flughäfen, Häfen und Industrieanlagen gegeben. Die Bundesregierung vermutet, dass Russland hinter den meisten Vorfällen steht. Dobrindt sprach von "einer neuartigen Bedrohung, die da auf uns zukommt". Laut Dieter Romann, dem Präsidenten der Bundespolizei, gab es 2025 allein im begrenzten Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei Drohnensichtungen im niedrigen dreistelligen Bereich. Etwa zwei Drittel davon seien an den größten deutschen Verkehrsflughäfen registriert worden.