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27.01.2026
10:06 Uhr
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Nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz will Alexander Dobrindt im Kampf gegen Linksextremismus "aufrüsten". Der Verfassungsschutz soll mehr Personal bekommen.

Der Bund setzt nach Angaben von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) eine Belohnung in Höhe von einer Million Euro für Hinweise auf die sogenannte Vulkangruppe aus. Dobrindt kündigte außerdem eine breite Fahndung gegen die linksextreme Gruppe an. Dobrindt verwies bei einer Pressekonferenz auf den Anschlag in Berlin Anfang Januar, der 45.000 Haushalte im Süden der Hauptstadt vom Strom und von der Wärme abgeschnitten hatte. Eine sogenannte Vulkangruppe hatte die Verantwortung für die Tat übernommen . Über die Identität ihrer Mitglieder herrscht zumindest in der Öffentlichkeit bisher allerdings Unklarheit. Aus dem Vorfall sollen laut Dobrindt zudem weitere Konsequenzen gezogen werden. "Wir verstärken den Kampf gegen den Linksextremismus, gegen den Linksterrorismus", sagte er. Konkret kündigte er mehr Personal und finanzielle Mittel unter anderem für den Verfassungsschutz an. Behörden sollten zudem mehr Befugnisse bekommen. "Wir rüsten auf im Kampf gegen den Linksextremismus." Das härtere Vorgehen gegen Linksterrorismus hatte er bereits angekündigt . Schutz von Infrastruktur Noch in dieser Woche will Dobrindt zudem das "KRITIS-Dachgesetz" im Bundestag verabschieden. Dieses nehme vor allem die Betreiber kritischer Infrastruktur in die Verantwortung, sagte er. Er hatte das Gesetz bereits im Bundestag verteidigt . Die Opposition kritisiert, die Bundesregierung habe sich genauso wie der Berliner Senat nach dem Stromanschlag zu wenig gekümmert. Auch gegen den Rechtsextremismus und den islamistischen Terrorismus solle weiterhin vorgegangen werden, stellte Dobrindt klar. Bisher sei der Linksextremismus aber vernachlässigt worden. Stromanschlag legte Südberlin lahm Am 3. Januar hatte ein Brandanschlag auf das Stromnetz in Berlin den Südwesten der Hauptstadt vom Strom abgeschnitten . Über mehrere Tage mussten Zehntausende Menschen ohne Strom und oftmals ohne Wärme auskommen. Die Betreiber des Stromnetzes konnten die Versorgung nach ein paar Tagen wieder herstellen – der Vorfall zeigte jedoch die Verletzlichkeit des deutschen Stromnetzes . Ein Schreiben einer sogenannten Vulkangruppe, in dem linksextreme Aktivisten die Tat für sich reklamierten, wurde von den Ermittlungsbehörden als echt eingestuft. Nach Angaben des Berliner Verfassungsschutzes sind sich selbst als Vulkangruppen bezeichnende Aktivistengruppen bereits seit 2011 aktiv . Ein zweites Schreiben, in dem sich andere Aktivisten, die sich als die ursprüngliche Vulkangruppe bezeichneten, von den Tätern distanzierten , wurde ebenfalls als echt eingestuft. In der linken Szene scheint die Gruppe isoliert.