|
23.02.2026
09:37 Uhr
|
Rund 3.300 Menschen demonstrierten am Sonntag in Dortmund gegen eine Rede Höckes im dortigen Rathaus. Noch mehr Menschen sind für einen Protest in Düsseldorf angemeldet.

Bei einer Kundgebung gegen einen geplanten Auftritt des Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke in Düsseldorf werden Tausende Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet. Für eine geplante Kundgebung, die gegen eine für den heutigen Montagabend angesetzte Rede Höckes gerichtet ist, hat ein breites Bündnis rund 5.000 Teilnehmer angemeldet. Die Veranstalter erwarten einen noch größeren Zulauf. Damit soll der Protest voraussichtlich größer ausfallen als eine Demonstration gegen den AfD-Politiker am Sonntag in Dortmund . Rund 3.300 Menschen hatten sich nach Polizeiangaben vor dem dortigen Rathaus versammelt, um gegen einen Auftritt Höckes zu protestieren. Höcke war dort als Gastredner beim Neujahrsempfang der AfD-Rathausfraktion geladen. Der Protest fiel friedlich aus, war jedoch deutlich größer als erwartet: Die Veranstalter hatten mit lediglich 600 Menschen gerechnet. Die Stadt Dortmund hatte versucht, den Auftritt des Politikers zu verhindern. Oberbürgermeister Alexander Kalouti (CDU) war mit seinem Einspruch jedoch in einem Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen gescheitert. Die Stadt hatte daraufhin Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in Münster eingereicht, dieses hatte sich am Wochenende jedoch nicht mehr mit dem Fall beschäftigt. Antrag gegen Höcke-Auftritt im Düsseldorfer Rat gescheitert In Düsseldorf soll Höcke auf Einladung des dortigen AfD-Kreisverbands eine Rede im Stadtteil Garath halten. Dort hatte die AfD bei den nordrhein-westfälischen Kommunalwahlen im vergangenen Herbst einen Wert von 32 Prozent erzielt. Wie auch in Dortmund sind Versuche, Höckes Auftritt zu verhindern, gescheitert: Eine Mehrheit im Düsseldorfer Rat hatte Bedenken, ob ein entsprechender gemeinsamer Antrag von SPD, Volt und den Grünen rechtskonform sei. Zur geplanten Demo gegen Höcke haben mehrere lokale Bündnisse und Bürgerinitiativen aufgerufen, zudem sind zahlreiche dezentrale Aktionen und Aufzüge geplant. Unter anderem soll ein Protestwagen des Düsseldorfer Künstlers Jacques Tilly auffahren, dessen Werke die AfD regelmäßig bei Karnevalszügen aufs Korn nehmen . "Wir wollen ein klares Zeichen setzen, dass Demokratiefeinde wie Höcke keinen Platz in Düsseldorf haben", sagte Sigrid Wolf, Vorsitzende des Regionalverbands Düsseldorf-Bergisch Land des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Vor dem Auftritt in Dortmund am Sonntagabend hatte Höcke bereits mit mehreren AfD-Politikern aus Nordrhein-Westfalen die Externsteine im Teutoburger Wald besucht. Nach Polizeiangaben war ursprünglich ein Besuch am Hermannsdenkmal geplant, wo sich allerdings rund 350 Gegendemonstranten versammelt hatten. Beide Orte hatten in der Zeit des Nationalsozialismus propagandistische Bedeutung erhalten und gelten als Kultorte für rechtsextreme Kreise. Der von Höcke geführte thüringische AfD-Landesverband ist vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.