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04.03.2026
09:41 Uhr
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Nassef Sawiris folgt auf Thomas Rabe als Aufsichtsratschef bei Adidas. In den kommenden drei Jahren will der Sportartikelhersteller seine Rendite deutlich steigern.

Der ägyptische Unternehmer Nassef Sawiris soll im Mai neuer Aufsichtsratschef von Adidas werden. Der 65-Jährige wurde laut einer Mitteilung des fränkischen Sportartikelherstellers als Nachfolger des scheidenden Bertelsmann-Chefs Thomas Rabe nominiert, der sein Amt zur Hauptversammlung am 7. Mai aufgibt. Sawiris sitzt seit 2016 im Aufsichtsrat von Adidas und ist seit dem vergangenen Jahr offiziell Rabes Stellvertreter. Über seine Familienholding NNS hält Sawiris nach LSEG-Daten 3,13 Prozent an Adidas. Rabe hatte seinen Rückzug als Vorstandschef schon für 2025 angekündigt, dann aber noch einmal um ein Jahr verlängert. Nach Rabe soll mit Axel-Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner ein weiterer Medienmanager in den Adidas-Aufsichtsrat einziehen. Der Vorstandsvorsitzende des weltweit zweitgrößten Sportartikelherstellers soll bis 2030 der Norweger Bjørn Gulden bleiben. Der Vertrag des ehemaligen Fußballprofis sei verlängert worden, teilte Adidas mit. Schwächeres Wachstum in Europa Wie aus der Adidas-Mitteilung weiter hervorgeht, strebt Adidas in den kommenden drei Jahren eine deutliche Renditesteigerung an. Bis 2028 soll die operative Umsatzrendite demnach auf ein Niveau von mehr als zehn Prozent steigen. Eine Rendite von mehr als zehn Prozent hatte Vorstandschef Gulden für die Branche lange als nicht machbar bezeichnet. Im vergangenen Jahr hatte sie sich bereits auf 8,3 (2024: 5,6) Prozent verbessert. In diesem und den beiden folgenden Jahren soll der Umsatz währungsbereinigt um jeweils einen hohen einstelligen Prozentsatz steigen – gebremst von Europa, wo Adidas 2026 nur noch ein Wachstum von etwa fünf Prozent erwartet. Im Jahr 2023 hatte die Kooperation des Herstellers mit Kanye West für die "Yeezy"-Sneaker zu starken Umsatzeinbußen geführt, nachdem der Rapper mit antisemitischen Äußerungen aufgefallen war. Im vergangenen Jahr erholte sich das Unternehmen finanziell, da vor allem das Geschäft mit Retro-Schuhen wie Samba und Gazelle gut lief. Schon Ende Januar hatte Adidas für 2025 einen Rekordumsatz von 24,8 Milliarden Euro gemeldet, eine Steigerung um 13 Prozent im Vergleich zum vorherigen Jahr. Für das laufende Jahr strebt Adidas ein weiteres Umsatzplus von zwei Milliarden Euro an. Das Betriebsergebnis soll sich auf 2,3 (2025: 2,06) Milliarden Euro verbessern und damit prozentual stärker wachsen als der Umsatz. Belastungen durch Zölle und Wechselkurse von 400 Millionen Euro will Adidas dabei akzeptieren.