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05.03.2026
10:12 Uhr
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Geflügelfarmen in Berlin und Brandenburg melden Newcastle-Ausbrüche, rund 125.000 Tiere wurden bereits gekeult. Ansteckungen beim Menschen sind selten, aber möglich.

Das für die Prävention von Tierseuchen zuständige Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat sich besorgt über mehrere Ausbrüche Newcastle-Krankheit in Geflügelbetrieben gezeigt. Nach Angaben von Veterinärbehörden wurden zuletzt acht Ausbrüche auf Geflügelfarmen in Brandenburg und Bayern bestätigt. Darüber hinaus gibt es mehrere Verdachtsfälle. Das FLI hatte Ende Februar über den bundesweit ersten Ausbruch der meldepflichtigen Viruserkrankung informiert. Die Situation sei eine erhebliche Gefährdungslage für Geflügelbetriebe und andere Vogelhaltungen wie Zoos , auch in Verbindung mit der ebenfalls zirkulierenden Vogelgrippe, teilte das FLI mit. Bis Mittwochvormittag seien rund 125.000 Tiere vorsorglich getötet worden. "Die Aufmerksamkeit sollte unbedingt sehr hochgehalten werden", sagte ein Sprecher. In den Betrieben solle ein besonderes Augenmerk auf einen streng kontrollierten Personen- und Warenverkehr gelegt werden. Zentral seien darüber hinaus neben den Pflichtimpfungen alle Früherkennungsmaßnahmen wie das sofortige Testen kranker oder verendeter Tiere. Auch andere europäische Länder betroffen Die sehr ansteckende Newcastle-Krankheit wird wegen der ähnlichen Symptomatik auch atypische Geflügelpest genannt. Der Erreger, das Newcastle-Disease-Virus (NDV), könne vermutlich prinzipiell alle Vögel infizieren, teilte das FLI mit. Bei anderen Tieren seien bisher keine Fälle bekannt. Auch Menschen können sich infizieren. "Eine Infektion des Menschen ist sehr selten, aber möglich, und bleibt zumeist lokal auf eine Bindehautentzündung beschränkt", informierte das FLI. In Einzelfällen seien aber auch tödliche Fälle bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem beschrieben worden. Das FLI verweist auf eine Vielzahl von Ausbrüchen in Kleinsthaltungen und Geflügelbetrieben in Polen, Tschechien und der Slowakei. Hinweise auf eine großflächige Ausbreitung von aggressiven NDV-Varianten in Wildvögeln gibt es bisher jedoch nicht. Impfpflicht in Deutschland Im Gegensatz zu den meisten anderen EU-Ländern müssen Hühner und Puten in Deutschland unabhängig von der Bestandsgröße einen Impfschutz gegen die Newcastle-Krankheit aufweisen. Zwar könnten sich auch geimpfte Tiere infizieren, aber Krankheitszeichen seien dann geringer ausgeprägt, teilte das FLI mit. Weil die Schutzwirkung von Impfungen für einzelne Tiere lückenhaft sein könne, sei die Keulung betroffener Bestände sinnvoll. "In der Fläche hat sich die Kombination von Impfung und Tötung betroffener Bestände als wirksam erwiesen, die Erkrankung zurückzudrängen."