Zeit 04.12.2025
10:53 Uhr

Automobilbranche: Porsche will Sparkurs verschärfen


Personalabbau, Altersvorsorge, Einmalzahlungen: Um das Unternehmen zu retten, fordert Porsche laut Medienberichten weitgehende Zugeständnisse der Beschäftigten.

 Automobilbranche: Porsche will Sparkurs verschärfen
Angesichts seiner schwierigen Lage will der deutsche Automobilbauer Porsche weitere Stellen abbauen, Leistungen für Mitarbeiter kürzen und Produktionen auslagern. Das soll vor allem in seinem Stammwerk in Zuffenhausen und im Entwicklungszentrum in Weissach gelten, berichteten Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten . Demnach erwägt das Porsche-Management, Einmalzahlungen und Jubiläumsleistungen zu streichen, die Altersvorsorge zurückzufahren und Kündigungen auszusprechen. Darüber hinaus könnte es Gehälter senken, Übernahmegarantien abschaffen sowie Dienstleistungen über Drittunternehmen einkaufen. Porsche wolle überdies seine Regeln bei Homeoffice und Arbeitszeit überdenken und generell flexibler arbeiten. Ein Unternehmenssprecher sagte, die Automobilindustrie stehe vor immensen Herausforderungen. Porsche müsse wettbewerbsfähig bleiben: "Angesichts der veränderten Rahmenbedingungen sind erhebliche Kostenoptimierungen zwingend erforderlich." Darüber liefen derzeit vertrauliche Gespräche mit den Arbeitnehmern. Betriebsrat fordert verlängerte Beschäftigungssicherung Die VW-Tochter Porsche hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, dass sie mit dem Betriebsrat darüber sprechen wolle, wie das Unternehmen Personalkosten senken kann. Wie viel Geld Porsche bei seinen Mitarbeitern sparen möchte, wollte weder das Management noch der Betriebsrat öffentlich machen. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Ibrahim Aslan sagte der Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten auf Anfrage, Management und Betriebsrat befänden sich derzeit in der Informationsphase. Erst danach werde man in Verhandlungen treten. In der kommenden Woche finden lang angesetzte Betriebsversammlungen in Zuffenhausen und Weissach statt. Der Standpunkt des Betriebsrats sei klar, sagte Aslan: "Wir brauchen eine Beschäftigungssicherung mindestens bis 2035 und erwarten ein klares Bekenntnis des Vorstands zu unseren deutschen Porsche-Standorten." Die aktuelle Beschäftigungssicherung gilt nach früheren Angaben bis Mitte 2030 ; sie umfasst rund 23.000 Mitarbeiter im Stammwerk Zuffenhausen, im Entwicklungszentrum in Weissach sowie an mehreren kleineren Standorten. Liefe die Maßnahme aus, wären betriebsbedingte Kündigungen möglich. Porsche spart schon länger Erst im Februar hatte das Porsche-Management ein erstes Sparpaket verkündet, wonach 1.900 Jobs bis 2029 sozialverträglich gestrichen werden sollen. Im Juli kündigte der scheidende Vorstandschef Oliver Blume intern eine weitere Sparrunde an. Da Porsche wieder verstärkt Verbrenner baut, erwartet dessen Führungsriege dieses Jahr deutlich weniger Gewinn. Die geplanten Kosten für den Umbau des Unternehmens beliefen sich auf 3,1 Milliarden Euro, teilte Porsche Mitte September mit.