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18.12.2025
18:01 Uhr
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Den digitalen bekommen Sie ganz leicht, den aus glühendem Licht etwas schwerer – und richtig kompliziert wird es bei der echten Heiligsprechung. Über den Glanz ums Haupt

Einen Heiligenschein bekommt man am leichtesten frühmorgens, wenn die Sonne ihre ersten Strahlen auf eine taunasse Wiese wirft. Dreht man sich dort mit dem Rücken zum Licht, geschieht es: Es leuchtet hell rund um den Schatten des eigenen Kopfes, als würde dieser glühen. Er sei von Gott auserwählt, verkündete im 16. Jahrhundert der Künstler Benvenuto Cellini, nachdem er eines sonnigen Morgens über eine Wiese spaziert war. Von Physik wusste er nichts. Fast schade, dass wir es tun: Die Tautropfen auf dem Gras bündeln wie winzige Linsen das Sonnenlicht. Die darunterliegenden Halme werfen das gebündelte Licht teils zurück durch die Tropfen, welche es wiederum so brechen, dass es wieder Richtung Sonne geschickt wird. Es strahlt also genau zur Beobachterin – die ja in der Sonne steht – zurück.