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18.02.2026
07:18 Uhr
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Die USA wollen ihr Engagement in der Nato verringern. Die Europäer können die Lücke schließen, aber sie müssen ihre Möglichkeiten realistisch einschätzen.

Erwächst aus Empörung und tiefer Enttäuschung neue Kraft? Hat Donald Trump die Europäer so oft vor das Schienbein getreten, dass sie jetzt Ernst machen mit der eigenen Verteidigung? Es sieht so aus. Aber vor Illusionen sei gewarnt. Das vergangene Jahr hat alte transatlantische Gewissheiten gleich vielfach erschüttert. Sehr viele Europäer haben den Glauben verloren, Amerika werde, wenn es darauf ankommt, an ihrer Seite stehen. Dieses Vertrauen aber ist das Fundament, auf dem die Nato ruht. Trägt es noch? Und, weiter gefragt, ist mit dem Zusammenhalt der Nato die vom Westen geprägte Weltordnung insgesamt in Gefahr? Bundeskanzler Friedrich Merz, Transatlantiker durch und durch, ist inzwischen tief pessimistisch. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz sagte er: "Die internationale Ordnung, die auf Rechten und auf Regeln ruhte (…), sie gibt es so nicht mehr."