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17.12.2025
14:02 Uhr
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Xavier Naidoos erstes Comeback-Konzert war fantastisch. Das Publikum auch. Es hatte nur kaum Probleme mit dem verstörenden Wahnsinn, den der Sänger lange verbreitete.

Bevor wir in die Abgründe dieses Abends gehen, soll auch einmal festgehalten werden, wie nett das alles war. Egal, wen man in der Kölner Lanxess Arena vor Konzertbeginn ansprach: Jeder konnte sofort Geschichten darüber erzählen, wie Xavier Naidoos Musik ihn "oft über trostlose Stunden getragen" habe. Ein Anfang 40-Jähriger aus Koblenz hatte Tränen in den Augen, als er auf das Lied Bitte hör nicht auf zu träumen zu sprechen kam, das auf der Beerdigung des Freundes seiner Schwester lief. Die häufigsten Satzfetzen im Gedränge: "Darf ich einmal?", "Entschuldigen Sie", "Nach dir", "Sorry!". Freundinnen kniffen sich lachend zur Begrüßung in den Hintern, und der Reporter, dessen Hautfarbe der von Naidoo ähnelt, hörte mehrfach – mal als liebevollen Gag, mal ehrlich erstaunt: "Du bist doch dem Xavier sein Bruder" oder "Mensch, du könntest Xavier sein".