Zeit 14.01.2026
17:56 Uhr

(+) Wohnungsnot: Deutschland schließt sich aus


Die Regierung will stärker gegen skrupellose Vermieter vorgehen. Das ist gut. Noch besser wäre es, die Regeln selbst zu verändern – sonst bricht das Land auseinander.

(+) Wohnungsnot: Deutschland schließt sich aus
Als die SPD noch den Kanzler stellte, gelang ihr das Kunststück, innerhalb einer einzigen, nicht mal vollständig zu Ende gebrachten Legislaturperiode das Vertrauen von sage und schreibe 43 Millionen Bürgern zu verspielen. So viele Menschen – mehr als die Hälfte der Bevölkerung – wohnen in Deutschland zur Miete. Olaf Scholz hatte versprochen, an ihrer Seite zu stehen. Dann ließ er sie im Stich. Keine einzige Reform, nicht mal ein Reförmchen des Mietrechts setzte er damals um. Das Ergebnis ist bekannt: Das Thema Wohnungskrise bespielt seither die Linkspartei, mit wachsendem Erfolg bei den Wählern. Und die Mieten? Sind weiter gestiegen. So stark, dass mittlerweile rund 30 Prozent der Mieter fürchten, sich ihre Wohnung bald nicht mehr leisten zu können. So meldete es kürzlich der Deutsche Mieterbund. Und der Berliner Tagesspiegel hat berechnet, welche Berufsgruppen sich das Wohnen überhaupt noch leisten können. Mit dem Ergebnis, dass Menschen aus sogenannten systemrelevanten Berufen kaum noch eine bezahlbare Bleibe in der Hauptstadt finden. Erzieherinnen und Pflegekräfte, Müllwerker, Polizisten, Reinigungskräfte. In anderen Städten mit hohen Mieten dürfte es ähnlich aussehen.