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16.01.2026
11:42 Uhr
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Erstmals seit Langem sinkt die durchschnittliche Fläche von Wohnungen in Deutschland wieder. Wo Menschen gedrängt leben und wer noch mehr als genug Platz hat.

Wachstumskritiker bezweifeln schon lange, dass es endlos höher, schneller und weiter gehen wird. Nun ist die Grenze des Wachstums womöglich erreicht. Zumindest bei Immobilien. "Das Zeitalter der immer größer werdenden Wohnungen endet", betitelt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ein neues Forschungspapier. Und meint nicht, dass Küchen, Bäder und Schlafzimmer künftig schrumpfen, sondern dass die durchschnittliche Fläche aller Wohnungen im Land sinken wird. Die Erklärung: Man baut wieder kleiner. Eineinhalb Jahrhunderte lang war das anders, und man konnte den steigenden Wohlstand der Nation auch am Wachstum von Komfort und Wohnfläche ablesen. Kamen etwa im Berlin des Jahres 1861 noch 0,4 heizbare (und damit faktisch bewohnbare) Zimmer auf jede Person, sind es heute etwa zwei Räume. Der Durchschnittsdeutsche bewohnt nun fast 50 Quadratmeter, das ist mehr als doppelt so viel wie in der alten Bundesrepublik in den Fünfzigern, und es sind fast 40 Prozent mehr als zur Zeit der Wiedervereinigung. Rein rechnerisch gilt: Nie lebten die Menschen hierzulande großzügiger als heute.