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24.02.2026
16:07 Uhr
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1946 entstand mit einer alten Nazirakete das erste Foto, das die Erde vom Weltall aus zeigt. Der neue Blick veränderte das Verhältnis zu unserem Planeten und uns selbst.

1946 erschien die erste Ausgabe DIE ZEIT. Wir feiern mit Menschen, Dingen und Ideen, die genauso alt sind wie wir – und die Welt bis heute bewegen. Am 24. Oktober 1946 hüpfte eine Gruppe von Wissenschaftlern in ekstatischer Freude wie eine Horde überdrehter Kinder in der Wüste von New Mexico herum. Sie hatten etwas gefunden: die Stahlkassette, die kurz zuvor mit einer Rakete 105 Kilometer hoch in die Luft transportiert worden war. Dorthin also, wo der Weltraum beginnt. Die Kassette hatte diese Reise und den darauffolgenden Absturz heil überstanden. Auf diesen glücklichen Ausgang ihres Experiments hatten die Wissenschaftler zwar gehofft, aber dass sie die Kassette tatsächlich intakt bergen konnten, war trotzdem ein kleines Wunder. Die 35-Millimeter-DeVry-Kamera, deren Teil die Kassette gewesen war, hatte den Sturz mit einer Geschwindigkeit von 550 Kilometern pro Stunde jedenfalls nicht überlebt. Das war aber nicht so tragisch. Denn das, was wirklich kostbar war, hatte die Kassette schützen können: einen Film mit den ersten Bildern überhaupt, welche die Erde vom Weltraum aus zeigen.