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25.12.2025
07:15 Uhr
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Große Gefühle, große Bescherung: Weihnachten kann man sich nicht entziehen. Dabei sind unsere Rituale noch gar nicht alt, sagt der Schweizer Historiker Valentin Groebner.

DIE ZEIT: Herr Groebner, an Heiligabend läuft es bei meinen Eltern immer so: Meine Mutter nebelt das ganze Haus mit Weihrauch ein. Und zum Apéro hören wir diese schnulzige Weihnachts-CD der drei Tenöre. Eigentlich furchtbar! Aber an Weihnachten will ich es genau so haben. Wieso? Valentin Groebner: Weil Wiederholung beruhigt. Sie signalisiert: Egal, ob die Kinder längst groß sind und die Familie auseinandergefallen ist – am 24. Dezember wird alles sein wie immer. Die Wiederholung nimmt uns vor der unablässig tickenden Zeit in Schutz. Dabei ist das Weihnachtsfest, das wir heute feiern und von dem wir glauben, es sei schon immer da gewesen, nicht besonders alt.