Zeit 06.03.2026
18:28 Uhr

(+) Volker Schlöndorff: "Das Beste, was der Berlinale passieren konnte"


Der Regisseur Volker Schlöndorff hat in einem Brief an den Kulturstaatsminister die Berlinale-Chefin verteidigt. Hier spricht er über das Verhältnis von Kino und Protest.

(+) Volker Schlöndorff:
DIE ZEIT: Volker Schlöndorff, Sie haben mit dem Schriftsteller Daniel Kehlmann einen offenen Brief an den Kulturstaatsminister Wolfram Weimer geschrieben, aus Solidarität mit der Berlinale-Leiterin Tricia Tuttle, die von der Politik für propalästinensische Statements auf ihrem Festival verantwortlich gemacht wurde. Wie kam es dazu? Volker Schlöndorff: Daniel war in New York, wir haben telefoniert, und er meinte, man könne den Umgang mit Tuttle und der Berlinale nicht einfach hinnehmen. Da wusste ich noch gar nicht, dass sich in einem weiteren Brief mehr als 3.000 Filmschaffende hinter Tuttle stellen würden, außerdem die Deutsche und die Europäische Filmakademie, was mich dann sehr erfreut hat. Das ist das Beste, was der Berlinale passieren konnte, dieses Aufwachen und Reagieren der gesamten Film- und Kunstwelt. Ich finde das ermutigend und schön, ganz egal, was es bewirkt hat.