Zeit 07.03.2026
19:42 Uhr

(+) Victor Weisskopf: Er wollte Werner Heisenberg entführen


Von der Atombombe zur Friedensbewegung: Ein neues Buch widmet sich dem Wiener Physiker Victor Weisskopf, der es wie kein Zweiter verstand, zwischen Welten zu vermitteln.

(+) Victor Weisskopf: Er wollte Werner Heisenberg entführen
Victor Weisskopf war ein brillanter Wissenschaftler, ein kluger Kopf, stolze 22 Mal für den Nobelpreis nominiert. Aber da war auch diese eine Idee, so kühn, dass er später nur ungern an sie erinnert wurde. Herbst 1942, die Welt befand sich mitten im Krieg, und der junge, aus Wien vertriebene Physiker Victor Weisskopf schrieb einen Brief an J. Robert Oppenheimer. Sein Vorschlag an den Leiter des Manhattan-Projekts, mit dem die USA nach der Atombombe strebten: Man solle den deutschen Physiker Werner Heisenberg entführen, während eines geplanten Vortrags in der Schweiz. Den Mann also, der früher einmal Weisskopfs Chef war und von dem man vermutete, dass er für die Nazis an einer Atombombe arbeite. Es müsse unbedingt verhindert werden, dass die Deutschen den Amerikanern zuvorkämen, schreibt Weisskopf. Um Oppenheimer zu beweisen, wie ernst es ihm ist, schlägt er gleich sich selbst als Täter vor: "Ich möchte jedenfalls hinzufügen: Wenn man mich fragt, würde ich es machen."