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29.01.2026
19:24 Uhr
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Es gibt Verhaltensmuster, die vererben sich über Generationen. Denn, was und wie wir fühlen, wurzelt oft tief in der Familie. Doch man kann sein Gehirn auch überlisten.

Als ihr Partner ihr sagt, er liebe sie nicht mehr und wolle die Trennung, bricht für Laura eine Welt zusammen – und damit die bislang garantiert geglaubte Gleichung "Leistung lohnt sich". Noch Monate lang fragt sie sich, was sie besser hätte machen können. Hatte sie sich doch jahrelang angestrengt, die Beziehung wieder zum Laufen zu bringen, hatte sogar eine Verhaltenstherapie angefangen, um an ihren vermeintlichen Unzulänglichkeiten zu arbeiten. "Das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich meine bestmögliche Leistung gezeigt habe, sich das aber nicht ausgezahlt hat", sagt Laura, die nicht mit vollem Namen genannt werden möchte, weil sie Nachteile in ihrem persönlichen Umfeld fürchtet. Auch mithilfe ihrer Therapeutin hat Laura mittlerweile vieles aufgearbeitet: Als Schulkind, im Studium und im Job war die heute 40-Jährige immer ehrgeizig gewesen – und hatte von ihren Eltern, Professoren und Vorgesetzten stets Wertschätzung dafür erfahren. Sie strengte sich an und wurde scheinbar belohnt, mit guten Noten, Lob, Liebe.