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19.01.2026
19:14 Uhr
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Autoritär, emotional inkompetent und abwesend: So wird oft über Väter der Nachkriegsgeneration gesprochen. Dabei waren sie mitunter viel gefühlvoller, als wir glauben.

In seinem Buch Die Erfindung der Einsamkeit offenbart der US-amerikanische Autor Paul Auster sein distanziertes Verhältnis zu seinem Vater: Er, sein Vater, sei "im tiefsten, im unabänderlichsten Sinn ein Unsichtbarer – unsichtbar für andere und wahrscheinlich auch für sich selbst". So erklärt der Sohn die Gefühlskälte des Vaters. Hart zu sich selbst, unnahbar, schweigend: Dieses Bild haben auch viele vor Augen, wenn sie an Männer denken, die hierzulande in den 1970er- und 1980er-Jahren Vater wurden. Doch wer mit den Kindern der heute um die 80-Jährigen spricht, stellt fest: Viele haben ein enges Verhältnis zu ihren Vätern, schildern sie als emotional und liebevoll, manchmal mehr als die dazugehörigen Mütter. Die Väter konnten kochen, trösten, stundenlang Federball spielen und oft waren sie es, die sich nach der Arbeit geduldig den Hausaufgaben widmeten.