Zeit 27.11.2025
05:59 Uhr

(+) Unverheiratete Eltern: "Sie sollten darüber nachdenken, ob sie nicht doch heiraten wollen"


Heiraten der Kinder wegen? Viele Paare lehnen das ab. Die Familienrechtlerin Lucy Chebout findet das riskant. Denn die Ehe bietet vor allem Schutz, wenn sie scheitert.

(+) Unverheiratete Eltern:
Jedes dritte Kind, das zur Welt kommt, hat heute unverheiratete Eltern. Mitte der Neunziger waren es nicht mal halb so viele. Wie wirkt es sich aus, wenn Mutter und Vater nicht verheiratet sind? In dieser Folge unserer Serie "Familienrat" erklärt die Rechtsanwältin und Berliner Verfassungsrichterin Lucy Chebout, was Paare ohne Trauschein beachten sollten, wenn sie ein Kind bekommen. DIE ZEIT: Macht es für ein Kind rechtlich einen Unterschied, ob die Eltern verheiratet sind oder nicht? Lucy Chebout: Die Zeiten, in denen man das pauschal mit Ja hätte beantworten können, sind zum Glück vorbei. Historisch hatte ein Kind, dessen Eltern nicht verheiratet waren, keinen rechtlichen Vater; die Besetzung der Vaterstelle war an die Ehe der Eltern geknüpft. Das führte dazu, dass nicht eheliche Kinder etwa im Erbrecht noch lange benachteiligt waren. Artikel 6 Absatz 5 des Grundgesetzes schreibt aber schon seit 1949 vor, dass nicht eheliche Kinder gleichbehandelt werden müssen. Inzwischen ist dieses Versprechen auch eingelöst: Ein Kind, das heute bei einem unverheirateten Elternpaar aufwächst, muss keine rechtliche Diskriminierung mehr fürchten.