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27.01.2026
18:01 Uhr
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Die Macht der US-Behörde ICE rührt auch aus ihren enormen digitalen Befugnissen. Denn Beamte können auf sensibelste Daten zugreifen. Und es könnte noch schlimmer werden.

Einen Tag bevor Grenzschutzbeamte im US-Bundesstaat Minnesota den 37-jährigen US-Staatsbürger Alex Pretti erschossen, erschien im Amtsblatt der Vereinigten Staaten ein unscheinbares Gesuch. Darin bat die US-Einwanderungsbehörde ICE Unternehmen um Informationen zu "kommerziellen Big-Data-Produkten" und Werbetechnologien, die Ermittlungsaktivitäten "direkt" unterstützen könnten. Die US-Regierung wolle sich einen Überblick über den Markt an digitalen Analysewerkzeugen verschaffen. Das Gesuch, über das das US-Techmagazin Wired zuerst berichtete, mag harmlos klingen. Doch es ermöglicht einen kleinen Einblick in die tiefgreifende Überwachungsinfrastruktur, über die der Abschiebetrupp von US-Präsident Donald Trump bald verfügen könnte. Beamte von ICE können schon heute auf sensibelste Daten zugreifen: Versicherungsinformationen, Bonitätsauskünfte, Ortungsdaten von Smartphones, Details zur Wohnsituation und zu Arbeitsplätzen.