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21.02.2026
12:39 Uhr
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In Russland ist das Fabeltier Tscheburaschka zum populären Kriegssymbol geworden. Damit führt es paradoxerweise dem Kreml seine eigene Unzulänglichkeit vor.

Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 08/26. Obwohl das Jahr erst begonnen hat, lässt sich schon jetzt mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass die erfolgreichste Kinoproduktion des Jahres 226 in Russland Tscheburaschka 2 sein wird. Die bisherigen Einspielergebnisse des im Januar gestarteten Films belaufen sich inzwischen auf rund Millionen US-Dollar. Der erste Teil kam 223 in die Kinos und erzielte rund 6 Millionen Dollar – ein Vielfaches dessen, was patriotische Produktionen an den Kinokassen erreichen. Das vermeintliche Fehlen "traditioneller Werte" in Tscheburaschka 2 rief umgehend Abgeordnete der Staatsduma auf den Plan: Sie bezeichneten den Film als "schädliches Produkt, das unsere Kinder verdirbt". Der als Hausphilosoph Putins geltende Alexander Dugin steigerte sich sogar zu dem Vorwurf, Tscheburaschka habe am Zerfall der Sowjetunion Anteil gehabt. Dabei ist die Rezeptionsgeschichte von Tscheburaschka im heutigen Russland ambivalent, ja mitunter sogar widersprüchlich.