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22.11.2025
20:14 Uhr
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Der Notfallseelsorger Albi Roebke ist für Menschen in Ausnahmesituationen da – und hat selbst einen schweren Verlust erlebt. Was hilft beim Trauern?

DIE ZEIT: Herr Roebke, seit 25 Jahren begleiten Sie Menschen, die von einer Katastrophe betroffen sind. Wie tröstet man richtig? Albi Roebke: Am besten tröstet man gar nicht. Das können die Betroffenen nur selbst. In bestimmten Situationen gibt es auch keinen Trost. Wenn ein Kind bei einem Unfall stirbt, ist das erst mal eine hoffnungslose Situation. ZEIT: Wenn im eigenen Umfeld jemand trauert, fühlt man sich oft hilflos. Man weiß nicht recht, wie man sich verhalten soll. Roebke: Man sollte unbedingt ehrlich sein und dann auch sagen: Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Viele haben Angst, etwas Falsches zu tun, und fangen an, die Person, die jemanden verloren hat, zu meiden. Das ist viel schlimmer als ein falscher Satz. Menschen in einer Krise haben feine Antennen. Selbst wenn man etwas Komisches sagt, kriegen die meisten mit, dass die Intention dahinter gut ist.