Zeit 10.12.2025
19:53 Uhr

(+) Tatjana Haenni: Mal wieder die Erste


Für Männerfußball hatte Tatjana Haenni nicht viel übrig. Sie wollte den Frauenfußball groß machen. Nun wird sie in Leipzig die erste weibliche CEO in der Bundesliga.

(+) Tatjana Haenni: Mal wieder die Erste
Tatjana Haenni war schon vieles in ihrem Fußballerinnenleben. 23-malige Nationalspielerin für die Schweiz, Trainerin beim SV Seebach, Präsidentin der FC Zürich Frauen, Funktionärin beim Schweizerischen Fußballverband (SFV), der Uefa und der Fifa, sportliche Direktorin der Frauenprofiliga in den USA – und jetzt also, ab dem 1. Januar, CEO bei RB Leipzig. Als erste Frau bei einem Klub in der Bundesliga. Die Erste oder zumindest eine der Ersten zu sein, das ist die 59-jährige Schweizerin gewohnt. Sie sucht und genießt das – auch die harten Widerstände, auf die sie als Pionierin trifft. Zum Beispiel, als sie Mitte der 1990er-Jahre beim europäischen Fußballverband Uefa einstieg, als Ressortsekretärin Damenfußball und Fair Play. "Das war nicht auszuhalten", sagte sie vor einigen Monaten in einem Interview. "Es gab Funktionäre, die null Ahnung hatten von Frauenfußball, null Interesse, aber die fanden, sie müssten mir sagen, was ich zu tun hätte, und vieles verhinderten." Nach vier Jahren habe sie gekündigt. Diesen Sommer sagte sie in einem Gespräch mit der ZEIT: "Ich habe nichts gegen Männer, auch nicht im Frauenfußball – sie können Förderer sein und Unterstützer – solange sie sich damit auskennen und tatsächlich helfen wollen."