|
22.02.2026
10:25 Uhr
|
Die USA brechen unter Trump mit der Weltordnung. Außenpolitikexperte Sun Chenghao aus Peking erklärt, was das für Chinas Beziehungen zu Europa und Russland bedeutet.

DIE ZEIT: Herr Sun, die USA unter Donald Trump brechen mit der transatlantischen Allianz. Marco Rubio hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz versucht, die Europäer zu besänftigen, seine Rede ändert aber nichts an dem Bruch. Wie blickt China auf die neue Weltunordnung? Sun Chenghao: In China sprechen wir davon, dass gerade Veränderungen passieren, wie es sie in hundert Jahren nicht gab. China hat sich nach seiner Öffnung 1978 in die bestehende globale Weltordnung integriert, die eine von den USA und Europa dominierte war. Die Regeln hat der Westen definiert. Unter dem Deckmantel einer, wie wir finden, scheinheiligen Werterhetorik hat Amerika stets seine eigenen Hegemonialinteressen verfolgt. Wenn Donald Trump Alliierten nun offen droht oder den Präsidenten eines souveränen Staates wie Venezuela entführt, tun die USA nur unverhohlener das, was sie schon immer getan haben.