Zeit 10.01.2026
14:49 Uhr

(+) Sturmtief Elli: Die Kritik ist vorhersehbarer als das Wetter


Sturmtief Elli verlief milder als befürchtet. Aber die Empörung über weniger Chaos war vorhersehbar. Warum Wetterwarnungen weiterhin wichtig, aber selten exakt sind.

(+) Sturmtief Elli: Die Kritik ist vorhersehbarer als das Wetter
Man kann aus einer Unwetterwarnung vieles machen. Man kann sie ignorieren und im Schneegestöber mit wenigen Metern Sichtweite landen. Man kann sie dramatisieren und von absoluter Lebensgefahr für alle sprechen, die das Haus verlassen. Oder sie mit gegebener Vorsicht eigenverantwortlich umsetzen. Über Deutschland zog das Sturmtief Elli – aus dem All betrachtet ein beachtliches, rotierendes Tiefdruckgebiet. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) prognostizierte schon frühzeitig einen starken Schneesturm und spätestens ab Donnerstag überschlugen sich die Meldungen über "Elli". Aus der Unwetterwarnung des DWD, die erheblichen Schneefall, starken Wind, Schneeverwehungen und Glatteisgefahr ankündigte, wurde schnell ein mediales Großereignis, in dem von lebensgefährlichen Zuständen zu lesen war. Vergleiche zur Schneekatastrophe im Winter 1978/1979 machten die Runde. Schulen in Teilen Norddeutschlands wurden geschlossen, in Berlin wurde für Freitag die Schulpflicht aufgehoben.