Zeit 21.12.2025
16:29 Uhr

(+) Spinnenangst: Gebt mir eine Tarantel!


Acht haarige Beine an einem pelzigen Körper – bei der Vorstellung wird unserer Autorin übel. In Perus Dschungel will sie ihre Spinnenangst per Schocktherapie überwinden.

(+) Spinnenangst: Gebt mir eine Tarantel!
Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 51/2025. Schon nach einer Stunde im Dschungel will ich nicht mehr. Mein Guide stochert mit einem Zweig in einem Erdloch, "mal sehen, ob wir eine Tarantel finden". Ich gehe rückwärts, bis ich den Stamm einer Palme in meinem Rücken spüre: Acht haarige Beine an einem pelzigen Körper – allein bei der Vorstellung wird mir schon schlecht. Eigentlich bin ich nach Peru gereist, um in den Anden zu wandern. Ich wollte die Städte der Inka besuchen und auf einer Insel im Titicacasee übernachten. Doch dann erzählte mir eine Reisebekanntschaft von Faultieren, Anakondas und Riesenseerosen im Dschungel. Immer wieder würden dort noch neue Tiere und Pflanzen entdeckt. Ein riesiges grünes Geheimnis schien der Dschungel zu sein: wild und unheimlich, faszinierend. Das wollte ich erleben, wenn ich schon mal da war. Ich wusste zwar, dass ich im Amazonas um Spinnen nicht herumkommen würde, aber ich wollte mich von meiner Angst nicht einschränken lassen. Vielleicht würde ich meine Phobie ja sogar durch Konfrontation überwinden. Also buchte ich einen viertägigen Aufenthalt mit geführten Touren im Tambopata-Reservat, einem Regenwaldgebiet im Südosten Perus, der zu den artenreichsten der Erde zählt: mehr als 90 verschiedene Amphibien-, 600 Vogel-, 1.200 Schmetterlingsarten. Und 40 verschiedene Arten von Taranteln.