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03.03.2026
15:14 Uhr
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Wer als Kind die Scheidung der Eltern miterlebt, bekommt später weniger Kinder. Eine Forscherin erklärt die Gründe – und warum das nichts über individuelles Glück sagt.

Silvia Palmaccio hat die Lebensläufe von 1,75 Millionen Menschen aus den Niederlanden untersucht. 185.000 unter ihnen hatten Eltern, die sich getrennt haben. Palmaccio erklärt, wie die Beziehungsstabilität der Eltern mit der späteren Familienplanung der Kinder zusammenhängt. DIE ZEIT: Wie erklären Sie sich die Unterschiede in der Familienplanung zwischen Kindern geschiedener Eltern und solchen, deren Eltern zusammengeblieben sind? Silvia Palmaccio: Wir wissen bereits, dass Menschen, die als Kind die Scheidung oder Trennung der Eltern erlebt haben, sich später mit höherer Wahrscheinlichkeit ebenfalls scheiden lassen oder sich von ihrem Partner trennen. Sie werden im Vergleich zu Menschen, deren Eltern zusammengeblieben sind, eher mehrere Beziehungen von jeweils kürzerer Dauer führen. In der Forschung spricht man hier von einer generationenübergreifenden Übertragung von Scheidung oder Trennung. Wir hatten die Hypothese, dass dieser Mechanismus auch die Geburtenrate beeinflussen könnte. Die Daten haben das nun belegt.