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24.02.2026
15:06 Uhr
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Zwei konkurrierende Narrative prägen die Debatte zur Sozialpolitik: Die einen sagen, der Sozialstaat explodiere. Für andere wird er kaputtgespart. Beides ist falsch.

Teile der Politik sagen, der Sozialstaat explodiere, andere nennen ihn unterfinanziert. Das sind Mythen, die einer notwendigen Reform im Weg stehen, schreibt der Ökonom Georg Cremer. Er lehrt als außerplanmäßiger Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Freiburg und ist ehemaliger Generalsekretär des Deutschen Caritasverbands – und derzeit Mitglied der Rentenkommission der Bundesregierung. Die Debatte zum Sozialstaat in Deutschland wird von zwei konkurrierenden Mythen bestimmt: Der eine besagt, der Sozialstaat explodiere ungebremst, der andere, er würde seit Langem kaputtgespart. Diese Polarisierung macht es schwer, lagerübergreifende Kompromisse auszuloten, ohne die eine Reform nicht gelingen kann.