Zeit 28.12.2025
13:12 Uhr

(+) Sklaverei: Menschenräuber auf den Meeren


In der Frühen Neuzeit wurden unzählige Europäer von muslimischen Korsaren versklavt. Die Piraten schufen sogar eigene Staaten. Doch die andere Seite war nicht besser.

(+) Sklaverei: Menschenräuber auf den Meeren
Als sie den Gegner bemerken, ist es bereits zu spät. Die Hoffnung, ein kleines Handelsschiff unter dänischer Flagge, hat Nantes verlassen und will nach Hamburg. Die sieben Seeleute an Bord, einer von ihnen ist der Schiffsjunge Hark Olufs, versuchen noch, den Korsaren, die Jagd auf sie machen, zu entkommen. Aber im Ärmelkanal schlagen die Angreifer im März 1724 zu. Algerische Kaperfahrer, Schrecken der christlichen Seefahrer vom 16. bis zum 18. Jahrhundert, bringen die Hoffnung auf. Hark Olufs war im Juli 1708 auf Amrum zur Welt gekommen. Sein Vater war Kapitän, und so wurde er selbst ebenfalls Seefahrer. Er fing mit zwölf Jahren als Schiffsjunge an, wie so viele Gleichaltrige aus Nordfriesland. Der Überfall der Korsaren, die als "Barbaresken" in den christlichen Küstenländern Europas gefürchtet wurden, veränderte sein Leben von Grund auf. Die Angreifer verschleppten das Handelsschiff samt Besatzung nach Algier. Der nordafrikanische Stadtstaat war nicht nur die wichtigste Korsarenhochburg in Nordafrika, er war zudem der bedeutendste Umschlagplatz für das "weiße Gold".