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14.02.2026
10:22 Uhr
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Im Iran stehen nicht die prominenten Aktivisten im Zentrum der Katastrophe. Es wurden die einfachen Leute ermordet. Und die Opposition versteht sich selbst nicht mehr.

Wenige Tage nach dem großen Massaker, das war am 8. und 9. Januar, schrieb mir ein Freund im Iran eine Nachricht: "Bis vorgestern haben wir diese Menschen belehrt, ihnen die Welt erklärt und sie intellektuell gemobbt. Plötzlich häuften sich ihre Leichen vor uns." Der Freund ist Autor und Übersetzer, er gehört dem progressiven Lager an. Man kann sagen, er ist intellektuell. Er schreibt in seiner Nachricht von "ihren Leichen", den Leichen der anderen, weil längst nicht alle Teile der Gesellschaft von diesem Massaker betroffen sind. Dieses Mal sind es nicht hauptsächlich die Intellektuellen, nicht die politische Avantgarde, die verhaftet oder ermordet wurden. Dieses Mal ist es der durchschnittliche Rest der Gesellschaft. Es hat sich etwas verändert im Iran.