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29.11.2025
10:58 Uhr
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Die Moschee-Gründerin Seyran Ateş warnt vor der zunehmenden Ausbreitung des "politischen Islam" – und erklärt, warum Kopftuch und Religion in Schulen problematisch sind.

ZEIT Geschichte: "Der Islam gehört zu Deutschland", hat Bundespräsident Christian Wulff im Jahr 2010 gesagt. Stimmt das? Seyran Ateş: Der Satz von Herrn Wulff war nicht sein klügster. Was ist "der Islam"? Diesen Satz herauszuposaunen und zu meinen, er könne für den gesamten Islam in seiner Pluralität gelten, war nachlässig. Besser wäre gewesen: "Musliminnen und Muslime gehören zu Deutschland." Etwa sechs Millionen sind Teil unserer Gesellschaft. Aber es gibt unter ihnen einige, die unter Berufung auf den Islam weder die Demokratie noch unser Grundgesetz, noch unsere Strafgesetze, noch unser Familienrecht anerkennen. Das ist inakzeptabel. Ich sage: Zu diesem Land gehört, wer sich an seine Regeln hält.