Zeit 20.11.2025
08:09 Uhr

(+) Schwarz-rote Koalition: Platz-Patronen


Die Regierung, die sich als "letzte Kugel der Demokratie" sieht, benimmt sich, als gäbe es kein Morgen. Und das, während die Brandmauer noch ganz woanders bröckelt.

(+) Schwarz-rote Koalition: Platz-Patronen
Man schaut in diesen Tagen auf Union und SPD und denkt: Sie müssen von allen guten Geistern verlassen sein! Sie streiten sich, als hätten sie sich schon viele Jahre in der Regierung verschlissen, dabei sind sie erst knapp sieben Monate an der Macht. Und jetzt beschädigen sich auch noch Parteifreundinnen und -freunde gegenseitig, mit großer Leidenschaft, selbst an der Basis. Die SPD verpasst dem beliebten Neuköllner Bezirksbürgermeister Martin Hikel bei der Kandidatenkür zur nächsten Wahl ein so dürftiges Ergebnis, dass er nicht mehr antreten will. Er ist zum Symbol dafür geworden, wie ein volksnaher Politiker von seiner eigenen Partei fertiggemacht wird. Und die Union? Nach dem Streit um die Äußerungen von Außenminister Johann Wadephul über die Zerstörungen in Syrien kommt – nur Stunden nachdem die Koalition endlich eine von der Industrie begrüßte Subventionierung des Strompreises angekündigt hatte – jetzt die nächste politische Planierraupe: die Rentenpläne der Koalition, zu denen der Kanzler steht, die er aber offenbar seiner eigenen Partei nicht vermitteln kann.