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23.12.2025
05:56 Uhr
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Die alten Freunde aus der Heimat sieht man monatelang nicht – aber an Weihnachten tun alle so, als wäre alles wie früher. Ja, es ist eine Simulation. Aber eine wichtige.

Wenn ich über die Freunde meiner Kindheit und Jugend spreche, nenne ich sie immer noch: meine Jungs. Wir sind alle Anfang 40, doch einiges im Leben soll sich bitte nicht ändern. Mein Verhältnis zu ihnen gehört dazu. Ich bin in einem Freundeskreis aufgewachsen, der aus meiner heutigen Sicht wie ein Glücksfall wirkt. Wir waren eine große Gruppe an Jungs in unserem Schuljahrgang, wir mochten und respektierten uns alle, wir bölkten uns zwar zwischendurch an, aber das war eher performativ. An echten Streit kann ich mich nicht erinnern. Natürlich war nicht alles perfekt. Dass wir uns wahnsinnig tiefgründig unterhielten, daran kann ich mich nicht erinnern. Aber wir hielten zusammen, alle miteinander, wahrscheinlich so um die 40 Jungs. Mit den einen war man enger, mit den anderen loser befreundet. Das Gefühl vereinte uns: Wir gehören zusammen. Das tun wir auf eine Art immer noch.