Zeit 15.12.2025
11:40 Uhr

(+) "Schreiben in finsteren Zeiten" von Helmuth Kiesel: "Ich war Deutsch und ich war Ich"


Der Germanist Helmuth Kiesel hat auf 1.300 Seiten eine Geschichte der deutschsprachigen Literatur von 1933 bis 1945 verfasst. Das Buch ist ein Meisterwerk.

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Man kommt über diesem Buch des emeritierten Heidelberger Germanisten Helmuth Kiesel aus dem Staunen, der Überraschung, dem Finderglück und der Beklemmung nicht heraus. Und ganz besonders nicht aus der Bewunderung: Wie kann jemand über die deutsche Literatur zwischen 1933 und 1945 gut 1.300 eng bedruckte und oft gar klein gedruckte Seiten so makelloser germanistischer Wissenschaftsprosa schreiben, dass keine der üblichen Befürchtungen je wahr wird. Wie vollbringt Kiesel das im zarten Alter von 78, nachdem er vor acht Jahren schon einmal 1.200 ebenso enorme Seiten über die deutsche Literatur der Weimarer Republik veröffentlicht hat?