Zeit 01.12.2025
19:57 Uhr

(+) Sanktionen gegen den Iran: "Sanktionen treffen selten alle gleich"


Sanktionen sollen Staaten wie den Iran unter Druck setzen. In der Praxis treffen sie aber oft die Falschen. Die Politologin Lisa Neal erklärt, wer wirklich profitiert.

(+) Sanktionen gegen den Iran:
Seit die umfassenden UN-Sanktionen gegen den Iran im September reaktiviert wurden, verschärft sich die wirtschaftliche Lage im Land spürbar. Was bewirken Sanktionen tatsächlich – und wen treffen sie am Ende? Darüber sprechen wir mit der Konfliktforscherin Lisa Neal, die zu internationalen Sanktionsregimen und insbesondere zu den Auswirkungen der Maßnahmen gegen den Iran arbeitet. DIE ZEIT: Frau Neal, was ist das Ziel der Sanktionen gegen den Iran? Lisa Neal: Die Sanktionen sollen die Verbreitung von Atomwaffen verhindern. Der Iran soll die Urananreicherung einschränken und der Internationalen Atomenergiebehörde wieder umfassende Kontrollen erlauben. China und Russland lehnen viele der Maßnahmen der Vereinten Nationen aber ab oder untergraben ihre Wirkung – zum Beispiel durch die Blockade eines unabhängigen Iran-Expertengremiums, das die Vereinten Nationen einsetzen wollen. Sanktionen sind dabei nicht nur ein Instrument der Atompolitik, sondern ein Schauplatz für den Kampf um internationale Machtverhältnisse.