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13.12.2025
08:52 Uhr
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Der in Moskau geborene Schriftsteller Alexander Estis lebt seit Jahrzehnten im Westen. Doch gerade jetzt, da um Frieden gerungen wird, holt ihn Russland wieder ein.

Alexander Estis wurde 1986 in Moskau in einer jüdischen Familie geboren und lebt als Schriftsteller in der Schweiz. In literarischen Texten wie diesem untersucht er, wie sich die russische Gesellschaft seit der Vollinvasion in die Ukraine 2022 verändert hat. Ich möchte aus meinem Kopf fliehen. Russland holt mich ein. Obwohl ich schon seit dreißig Jahren im Westen lebe, holt es mich immer wieder ein. Ich stelle es mir vor wie eine unförmige, riesenhafte krakenartige Kreatur. Sie spürt mich auf, sie langt, fischt nach mir – und holt mich ein. Sie macht sich in meinem Kopf breit, ein unentrinnbarer Albtraum.