Zeit 01.02.2026
18:00 Uhr

(+) Rita Süssmuth: Ihr Motor war Gerechtigkeit


Um modern zu wirken, holte Helmut Kohl sie in die Politik. Doch Rita Süssmuth wollte und erreichte mehr – ob im Kampf für Frauen oder gegen Aids. Nun ist sie verstorben.

(+) Rita Süssmuth: Ihr Motor war Gerechtigkeit
So muss es oft gewesen sein: Sie vermittelte das Gefühl, die Zeit laufe ihr davon. Nicht erst in diesen letzten Jahren, als die Krankheit sich meldete, der Krebs. Die Ungeduld trieb Rita Süssmuth an, seit sie denken konnte, so hat sie es Ende Mai 2024 erzählt im Esszimmer des Bungalows in Neuss-Süd, wo sie wohnte. Eine Selbstbeschreibung, die ja auch stimmte: Rita Süssmuth war keine, die sich mit Verhältnissen arrangierte, in Komfortzonen einrichtete, im Ruhestand auf der Couch dämmerte. Sie brachte lieber Dinge in Bewegung, preschte auch vor: als CDU-Mitglied; als Quereinsteigerin im Politikbetrieb; als erste Frauenministerin der Bundesrepublik; als Gründerin der Aids-Stiftung; als Bundestagspräsidentin; als Autorin von Büchern mit Titeln wie "Überlasst die Welt nicht den Wahnsinnigen."