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25.01.2026
17:02 Uhr
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Red Bull plant mitten im trockenen Brandenburg eine neue Dosenfabrik. Der Protest ist groß: Denn der Getränkekonzern soll jeden Tag Millionen Liter Grundwasser bekommen.

Wenn den Berlinern überhaupt irgendetwas zu Baruth einfällt, dann höchstens Baruth Glashütte. Das ist eine denkmalgeschützte Werksiedlung im Südosten Berlins, ein saniertes Museumsdorf mit kleinen Handwerksbetrieben – ein beliebtes Ausflugsziel im Sommer, mit Biergärten und Kunsthandwerk. Aber Baruth selbst, nur ein paar Kilometer entfernt? Das 4.000-Seelen-Örtchen mit seinem zerfallenden alten Schloss, mitten in den weiten Brandenburger Kiefernplantagen? Unbekannt. Das könnte sich ändern. Denn Baruth lebt nicht von kleinen Handwerksbetrieben. Hier steht im Gewerbegebiet Europas größtes Laminatwerk und ein riesiges Sägewerk, das die umliegenden Kiefernwälder verarbeitet. Künftig soll hier eine der größten Getränkedosenfabriken Deutschlands entstehen – fertig gebaut könnten 3,3 Milliarden Dosen im Jahr vom Band laufen. Das wäre fast die Hälfte aller Dosen, die derzeit in Deutschland verkauft werden. Denn die Getränkedose, bunt, leicht, handlich, feiert ein Comeback, vor allem junge Leute kaufen sie. Fritz-Kola steigt neuerdings in den Dosen-Hype ein, Lemonaid ebenso, und Coca-Cola will in Halle neu investieren. In Litern gerechnet hat sich der Verkauf in Dosen seit 2019 fast verdoppelt, wie das Umweltbundesamt in einer Studie berechnete.